Mieterporträts

MIETER
PORTRÄTS

Peter Kaeser

CO-Founder Viu Ventures AG

Frage: Wer ist VIU?Wir sind ein Schweizer Brillenlabel. Das heisst: Wir designen, produzieren und verkaufen Korrektur- und Sonnenbrillen, mit denen wir den Brillenmarkt aufmischen wollen. Wir haben ein innovatives Konzept entwickelt und wollen uns damit am Markt positionieren. Und bislang geht die Strategie auf – unser Angebot kommt bei den Kunden sehr gut an. Darum sind wir aktuell auch dabei, zu expandieren. Wir bauen zurzeit mehrere «Flagship Stores» in der Schweiz und im Ausland auf. 

Frage: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, ein Brillenlabel zu gründen, wenn man eigentlich gar keine Ahnung vom Thema hat?Das ist eine gute Frage. Auch meine Eltern waren skeptisch, als ich mit meinem Studium fertig war und diesen Weg einschlagen wollte. Und ja, das «Brillen-Business» war für uns tatsächlich Neuland. Aber: Wir sind selbst Brillenträger und ich persönlich hatte einfach das Gefühl, auf dem Markt keine gute Lösung zu finden. Deshalb haben wir intensiv darüber nachgedacht, was man besser machen könnte. Was braucht es, um ein Angebot auf den Markt zu bringen, das interessanter und innovativer ist, als das, was es bereits gibt? Diese Frage stand für uns im Fokus.

Frage: Was ist denn schlecht an Ray Ban, Gucci, Armani und wie sie alle heissen? Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Als ich das letzte Mal beim Optiker war, habe ich einfach gemerkt, dass es schwierig ist, eine passende Brille zu finden. Und das ist doch unmöglich! Ausserdem ist der Markt sehr intransparent. Es geht vor allem um den grossen Brand – Gucci, Prada und Co. – aber man weiss überhaupt nicht, woher das eigentliche Produkt kommt. Man hat keine Informationen dazu, wie wie und unter welchen Bedingungen die Brille produziert wurde. Und dies ist ein Aspekt, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus kommt beim Brillenkauf beim Optiker oftmals die grosse Überraschung, wenn man am Ende den Gesamtpreis der Brille sieht. Muss das wirklich sein? Vor diesem Hintergrund stellten wir uns die Frage: Was kann man besser machen?

Frage: Und was ist heute euer Erfolgsrezept?Wir schalten den Zwischenhandel aus. Das heisst, wir lassen in Italien, in den Dolomiten, produzieren und verkaufen die Produkte dann direkt an unsere Endkunden über den Online-Kanal oder in unseren Flagship-Stores. Indem wir den Zwischenhandel ausschalten, können wir bessere Preise anbieten und zugleich eine hohe Qualität garantieren.

Frage: Welche Rolle spielt dabei das Design?Eine riesige! Wir haben eine eigene Design- und Kreativ-Abteilung. Erfahrene Brillendesigner entwickeln unsere Designs, machen verschiedene Kollaborationen mit anderen coolen Brands und stellen so sicher, dass wir Produkte auf den Markt bringen, die dem Kunden auch wirklich gefallen. Einzigartig sind auch das Konzept und die Architektur unserer Stores. Dafür ist ein eigenes «Store-Design-Team» zuständig – da ist nichts outgesourct. Unser Brand und das gesamte Markenerlebnis liegen uns eben sehr am Herzen. 

Frage: Wie würdest du das VIU-Design kurz und knapp beschreiben?Es ist reduziert und minimalistisch, sehr modern und innovativ.

Frage: Mit welchen Materialien arbeitet ihr?Wir starteten mit Brillen aus Acetat, einem klassischen Kunststoffmaterial, das sich sehr gut eignet für Brillen. Vor zwei Jahren brachten wir dann eine Kollektion aus dem 3D-Drucker raus, die sich komplett für den Kunden individualisieren lässt. 

Frage: Weshalb ist das TicTricTrac der optimale Standort für euer Unternehmen?Wir sind hier eingezogen, weil uns einerseits das Gebäude gefällt und andererseits die Rahmenbedingungen optimal sind. Wir konnten hier, an zentraler Lage in der Stadt Zürich, grosszügige Flächen übernehmen. Und es ist schon cool, dass wir unsere Brillen in der Stadt und nicht irgendwo ausserhalb produzieren können.

Frage: Ihr seid auf Erfolgskurs – und wachst stetig weiter. Inwiefern haben sich mit eurem Wachstum auch eure Bedürfnisse verändert?Als wir mit VIU starteten, fand quasi alles an einem Ort statt, in unserem Laden. Das Warehouse befand sich im Keller und produziert wurde nebenan auf einem kleinen Tisch. Aus diesem «Setting» sind wir dann relativ schnell rausgewachsen, brauchten eine professionellere Infrastruktur – und fanden das TicTricTrac. Hier profitieren wir von idealen Bedingungen, um unsere Produktion, unser Warehouse und unsere Logistik unter einem Dach zu vereinen.

Frage: Wie seid Ihr damals eigentlich auf das TicTricTrac aufmerksam geworden?Ich wohne selber in der Binz, von dem her war mir das TicTricTrac schon ein Begriff. So richtig aufmerksam auf das Areal wurden wir dann aber über unsere Kontakte zur Swiss Life. Wir führten Gespräche mit verschiedenen Leuten der Swiss Life, die uns schliesslich die «Belle Etage» im TicTricTrac empfahlen. Wir haben schnell erkannt, dass diese Location für uns eine super Option wäre. Gleichzeitig war es im Interesse der Stadt, dass es hier ein spannender Mieter-Mix einzieht – Büros und Agenturen, aber auch Gewerbe und Produktionsbetriebe. Ich glaube, die Swiss Life fand uns als Mieter cool – und wir fanden es cool, in die Binz zu ziehen.

Frage: À propos Mietermix: Wie wichtig ist dieser für dich und für VIU?Der Mix ist natürlich toll hier. Es gibt sehr viele Startups – jüngere Unternehmen, die wirklich coole Sachen machen und teilweise auch kreativ tätig sind. Einige davon kennen wir und es findet ein guter Austausch statt. Das Umfeld ist also ideal für uns.

Frage: Wie würdest du das TicTricTrac mit 5 Begriffen umschreiben?Es ist Urban. Es ist gut gelegen. Es ist aufstrebend. Und es ist sehr offen und hell, wie man an unseren Räumen erkennen kann.

Frage: Was ist dein Lieblingsort im und ums TicTricTrac?Das Coole am TicTricTrac ist, dass das Angebot rundherum immer vielfältiger wird. Ich persönlich bin sehr gerne im «Binz und Kunz», um nach der Arbeit noch ganz entspannt ein Bier mit den Arbeitskollegen zu trinken und den Abend ausklingen zu lassen.

Frage: Welche weiteren Angebote bietet die Binz?Als wir hier einzogen, gab es noch nicht so viel. Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert. Jetzt gibt’s hier ein extrem buntes Angebot, von der Brauerei über die Kita bis zum Wäscheservice. Gleichzeitig wird auch das gastronomische Angebot immer grösser. Mittlerweile findet man hier verschiedene Restaurants und Bars, mittags kommen immer mehr Foodtrucks vorbei und auch die «Gelateria di Berna» ist ab und zu im Quartier.